08 Juni 2008

Die Gelegenheit

Moin Hermann!

Wahrscheinlich fragst Du Dich, warum ich Dir schreibe. Na, ich möchte Dich ein bisschen teilhaben lassen an der Reise, die ich vorhabe. Du hast von so etwas auch immer geträumt, aber leider nicht die Gelegenheit dazu gehabt. Oder hast Du sie nur nicht genutzt? Ich bin mir sicher, Du wärest gerne dabei.

Aber die Gelegenheit ist auch wirklich günstig. Ein Kollege von mir kommt aus der Mongolei. Schon letztes Jahr

haben wir ihn etwas ausgefragt. Ja, seine Eltern leben in einer Jurte, also dem traditionellen Rundzelt. Nein, wo die Jurte gerade steht, muss er bei einem Besuch erst vor Ort rausbekommen, das hängt vom Weideland ab. Sie haben nämlich eine Schafherde.

Was für eine geniale Vorstellung, so undenkbar für uns Deutsche, und doch so wenig verrückt: man wohnt da, wo die Schafe ihr Weideland haben. Das hat mich schon im letzten Jahr fasziniert, als er es zum ersten Mal erzählte.
-Kommt doch mit, sagte er zu uns Kollegen.

Klar, schön wäre das schon, aber so weit weg, und so unwegsames Gelände, gibt es da auch überall Klos und Hygiene und gesundes Essen? Naja, trotz aller berechtigten und unberechtigten Bedenken, im Unterbewusstsein blieb ein “man könnte“ hängen. Und dort nistete es, ernährte sich von Zweifeln und Bedenken, die dadurch irgendwann weniger wurden.

In diesem Jahr kam dann entsprechend früher die Frage auf:
-Kommt ihr mit?
Immerhin trafen wir uns nach der Arbeit, um Fotos anzusehen und im Merianheft zu stöbern. Was für ein tolles Land, die Mongolei! Endlose Weiten, sanft geschwungene Täler und wilde Bachläufe. Das Heft schlug vor, mit der transmongolischen Eisenbahn anzureisen und sich einen russischen Geländewagen zu kaufen, um mobil zu sein. Alt muss er sein, dann kann ihn jeder Dorfschmied reparieren.

Eine Weile überlegten wir, einen Lada Niva zu besorgen, aber der ist eigentlich schon zu kompliziert für die Dorfschmiede.
-UAZ 469 fährt man dort! Benzinmotor, völlig frei von Elektronik!
Hm, eine Weile ging noch ins Land, bevor das Gefühl “man könnte, man sollte“ die restlichen Zweifel aufgezehrt hatte.
Wir kommen mit!
Ich erzähle dir morgen mehr!

Kommentare

steppenkalb schrieb:

Fragt mich nicht, wer Hermann ist!

19 Juni 2008 um 07:43

Neuer Kommentar

Dieser Artikel ist geschlossen. Keine Kommentare mehr möglich.